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Dienstag, 23. September 2008

Maison Tournante

Vor 50 Jahren baute der Belgier François Massau das rotierende Haus „Maison Tournante“ für die Expo ´58.

photo by Jock Fistick

Dieses Haus verbindet eine recht tragische Geschichte, die der Journalist John Tagliabue von der New York Times(1) vor kurzem aufgedeckt hat. In 1958 setzte sich Massau mit aller Kraft dafür ein, das Maison Tournante rechtzeitig zur Expo in Brüssel fertig zu stellen.

photo by http://www.lamaisontournante.be/

photo by http://www.lamaisontournante.be/

Dieser Aufwand brachte ihm viel Ruhm und Anerkennung ein. Bald darauf wurde schon das nächste Objekt gebaut. Doch das Blatt wendet sich gegen ihn; diesmal baut er für seine erkrankte Frau ein Haus, indem man jederzeit die Sonne und Wärme genießen kann (heliotherapeutische Therapie). Sein Sonnenhaus lockt jedoch keine Käufer an sodass er 1968 das Haus verkaufen muss. Die Geldprobleme erschweren zunehmend sein Leben, er verbrachte viel Zeit im Gerichtssaal. Im Alter von 97 starb er dann auch verarmt und alleine, seine Frau und 3 von seinen 4 Kindern starben vor ihm.

photo by http://www.lamaisontournante.be/

Heutzutage befindet sich das Haus im Besitz von Dominique Quinet, die zurzeit in diesem Haus einen Kosmetiksalon betreibt. „Als ihre Tochter noch klein war,“ sagte sie, „spielte sie oft im Sandkasten, außerhalb des Hauses. (1) Wenn ich dann währenddessen in der Küche arbeitete, habe ich einfach das Haus gedreht, um sie so im Auge zu behalten."

photo by http://www.lamaisontournante.be/

photo by Jock Fistick

photo by http://www.lamaisontournante.be/

Erwähnenswert ist ebenfalls die innovative Technologie. Das 130 m² große Haus bewegt sich innerhalb von 90 Minuten um 360°. Dabei bleibt das Betonfundament und das Dach stationär. Ein weiterer genialer Teil des Hauses ist die technische Gebäudeausrüstung, die eine kontinuierliche Versorgung von Strom, Wasser, Müll und Abwasser gewährleistet. Das Haus verbraucht ungefähr 1 800 Liter Heizöl pro Jahr.(3)

photo by http://www.lamaisontournante.be/

photo by http://www.lamaisontournante.be/

photo by http://www.lamaisontournante.be/

Letztendlich kann man sagen, dass Massau seiner Zeit weit voraus war. Die momentane Popularität der kinetischen Architektur hätte er sicherlich gerne miterlebt. Neulich habe ich noch erfahren, dass es ein drittes Haus gibt(5), und dass das erste Haus für 380.000 € zum Verkauf steht. Momentan jedoch haben immer noch zu viele Käufer Angst vor diesem Meisterwerk von Massau.






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Mehr rotierende Häuser sind in der Kategorie:Homes

Quellen:

(1) English New York Times Article http://www.iht.com/articles/2008/09/01/europe/journal.php?page=1

(2) Found by http://www.treehugger.com/files/2008/09/rotating-house-by-francois-massau.php

(3) French Article http://www.lalibre.be/index.php?view=article&art_id=415503

(4) Website of Maison Tournante http://www.lamaisontournante.be/

(5) Comment on third house http://www.gizmodo.fr/2006/10/25/concept_maison_la_maison_tourn.html

Mittwoch, 3. September 2008

Revolving Architecture by Chad Randl


Die Dynamische Architektur wurde abwechselt gelobt als die Zukunft der Architektur oder abgewiesen als eine reine Albernheit. Doch wenn man gezielt mehr über die Dynamische Architektur finden möchte, tut man es sich sehr schwer. Denn in der Geschichte der Architektur fehlt dieses faszinierende Kapitel. Nun ich schon einige Bücher, die sich mit diesem Thema befassen, gelesen habe und dieses euch vorgestellt habe (siehe rechts „Books about Dynamic Architecture“, wird heute ein weiters in der Liste aufgenommen.

Es ist das Buch „Revolving Architecture“ von Chad Randl. ISBN-13: 978-1568986814
Das Buch ist das mir bislang einzigste Buch das gezielt den fehlenden Kapitel in der Geschichte der Dynamische Architektur versucht aufzudecken.

Im Vorwort wird deutlich was dieses Buch die rotierenden Strukturen aufzuzeigen möchte , da diese erfunden wurden um Probleme zu Lösen und besondere Effekte herbeizuführen, die stationäre Gebäude nicht erreichen können.

Das Buch ist in 4 Kapiteln eingeteilt. Das erste Kapitel „Early History of Rotating Buildings“ fasst schon gleich 2000 Jahre Architekturgeschichte auf nur 50 Seiten zusammen. Leider springt er schnell von einem Thema zum anderen, sodass es eher unzusammenhängend wirkt.

Doch die Themen die besprochen werden haben einen besonderen Reiz, sodass man nicht aufhören mag weiterzulesen.

Das zweite Kapitel „Rotating Architecture 1900-1945“ zeigt bemerkenswerte Innovationen, die noch weitgehenden sehr funktionell waren. In der Industrie wurde mittels der rotierenden Strukturen Fortschritte in Produktionseffizienz gemacht. Beispiele sind die wiederholenden Prozesse wie das Melken einer Kuh, oder Tankstellenservice bei Autos.

In dieser Zeit gewann in der Medizin die heliotherapeutische Therapie viel an Bedeutung, sodass die neuartigen Krankhäuser gebaut wurden, damit Patienten die direkte Sonneneinstrahlung für den ganzen Tag erhalten konnten. So in den 1930er Jahren, kamen die ersten drehenden Bars und schon bald die ersten Restaurants.

Das Highlight des Kapitels ist aber eindeutig „Villa Girasole“ siehe Post, das wohlmöglich erste großartige Meisterwerk der Dynamischen Architektur.

Das dritte Kapitel „Post War Rotating Buildings“ zeigt dass der zweite Weltkrieg die weitere Entwicklung der Dynamischen Architektur pausierte. Erst in den 60 Jahren ging es weiter, doch diesmal mit weltweiter Begeisterung. Denn auf der Suche auf neuem, wurden neue dynamische Garagen, Theatern und Auditoriums entwickelt. Doch dies alles stand im Schatten von einer Sparte in der Dynamischen Architektur die weltweit bis heute für Aufsehen sorgt. Die drehenden Restaurants wurden so populär, dass sie schon bald überall auf der Welt zu finden waren. Stuttgart, Frankfurt, Miami, Seattle, Katoomba, Moscow, Kinabalu, Hong Kong um mal einige Städte zu nennen. Die Entwicklung ging sogar soweit, dass es als Statussymbol Städte oder Regierungen(DDR, Berlin) wurde.

Das letzte Kapitel beschäftigt sich mit „The Postwar Revolving Residence“. Dieser Kapitel zeigt u.a

Als Fazit beschreibt er sehr nüchtern auch die Nachteile dieser Entwicklung, denn diese Architektur ist so komplex, dass Baugenehmigungen schwierig zu erhalten sind, Firmen die hohe Kosten scheuen, die Langlebigkeit dieser manchmal noch so instabile Konstruktionen nicht gewährleistet ist und vor allem die Akzeptanz der Gesellschaft nicht gesichert ist. Doch viele Entwicklungen die der Menschheit bevorstanden, mussten erste viele Hindernisse überwältigen bis es sich behaupten konnte.

Eine interessante Bemerkung von Randl ist, dass auf seiner Reise er dies für sich entdeckte:

"... rotierende Gebäude sind Kulturgüter. Als solches bieten sie Einblicke in die Menschen, die sie bauen. "Diese Feststellung ist von zentraler Bedeutung. Drehenden Gebäude sind von enormen Veränderungen geprägt wie technologische Entwicklungen und die menschlichen Wert-Systeme die hierbei miteinander interagieren.“
Das Buch ist für mich ein gelungenes Werk von Chad Randl. Es ist gut lesbar und gibt einen Einblick in der Dynamischen Architektur auch für Leute die nicht direkt beruflich hiermit zu tun haben. Doch die Dynamische Architektur besitzt noch viele weitere und durchaus noch komplexere Themen die es verdient haben weltweit diskutiert zu werden.


Quelle: Revolving Architecture by Chad Randl
ISBN-13: 978-1568986814

Montag, 4. August 2008

Villa Girasole

Der italienische Ingenieur Angelo Invernizzi schuf 1935 ein Meisterwerk der Dynamischen Architektur.


Diesmal stelle ich das Buch „Il Girasole“ (ISBN: 8887624178) vor, dass vom drehenden Haus handelt.


Villa Girasole (auf Italienisch: Sonneblume) richtet sich stets nach der Sonne aus. Um 360°drehen zu können wurde ein aufwändiger Mechanismus entwickelt.
“Engineer was thinking of the sun’s path, of a relation with landscape and the space of human’s life. He ventured to hope that the new construction breakthroughs would free mankind from the heaviness of traditional techniques and from the burden of history. “Zitat (Il Girasole)

photo by http://bbs.keyhole.com/ubb/showflat.php/Cat/0/Number/507283/Main/507283photo by http://bbs.keyhole.com/ubb/showflat.php/Cat/0/Number/507283/Main/507283photo by http://bbs.keyhole.com/ubb/showflat.php/Cat/0/Number/507283/Main/507283photo by http://bbs.keyhole.com/ubb/showflat.php/Cat/0/Number/507283/Main/507283


Nun die Villa Girasole ist ein Zukunft trächtiges Manifest, wobei der futuristische Traum der Dynamischen Architektur schon 1935 Realität wurde.
“A revolving house is challenge to gravity, weitght and statics and to the very idea of rootedness. “Zitat (Il Girasole)


“Without risk there can be no possibility of success”. Zitat (Il Girasole)
Nun am Haus wurde noch mehr experimentiert. Es wurde Stahlbeton eingesetzt, eine Aluminiumfassade, elektrisches Licht, elektrische Rollläden und weitere eigens entworfene Apparaturen verwendet.

Wenn ihr mehr über den Mechanismus, Entwurf und Kontext wissen wollt, solltet ihr unbedingt dieses Buch lesen. Besser wäre es noch es zu besichtigen, denn das Haus blieb im ursprünglichen Zustand erhalten. Hier könnt ihr es in Google Maps anschauen.

Quelle: Il Girasole ISBN-8887624178
http://bbs.keyhole.com/ubb/showflat.php/Cat/0/Number/507283/Main/507283

Samstag, 26. Juli 2008

"The Roads Must Roll"

Einen kontinuierlichen Verkehrsfluss ist schon lange ein Traum vieler Ingenieure...

Schon 1920 hatte die Beeler Organization ein Entwurf für die Stadt Atlanta, GA in USA vorgelegt, um endlich den Traum wahr werden zu lassen.

Hierbei müssen die Passagiere Laufbänder mit verschieden Geschwindigkeiten überqueren um zum schnellsten Laufband mit Sitzmöglichkeit anzukommen.

photo by http://jolomo.net/atlanta/movers.html

photo by http://jolomo.net/atlanta/movers.html

Die Idee wurde nicht umgesetzt doch die Ingenieure träumten weiter. Quelle: http://jolomo.net/atlanta/movers.html


Im Jahre 1940 wurde die Idee in der science fiction Kurzgeschichte "The Roads Must Roll" von Rober A.Heinlein wiederbelebt.
Die Geschichte geht über schnelle Passagierplattformen, wie ein Laufband, die Geschwindigkeiten bis 100 km/h erreichen können. Diese Plattformen sollen eine ständige Transportfluss ermöglichen. Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/The_Roads_Must_Roll

Heutzutage ist es der Herr Peng Yu-Lun, der diesen Traum erfüllen möchte. Hier ist seine brilliante Idee für eine Kontinuierliche Bahn-System.





Quelle: http://deputy-dog.com/2008/06/17/how-to-safely-board-a-train-that-wont-stop/

Dienstag, 22. Juli 2008

Dynamische Architektur in der Antike

Ab heute kommt eine neue Kategorie dazu. Die Geschichte der "Dynamsiche Architektur", dabei poste ich über die besondere Ereignisse aus der Vergangenheit.
Flickr-photo by david.bank
Als erstes stelle ich euch das "Velarium" im römischen Kolosseum. Es war eine große Segeltuch, dass ,an Mastbäume befestigt, ein riesigen Schatten spenden konnte. Bei schlechtem Wetter und bei starker Hitze waren die Zuschauer so durch ein Zeltdach geschützt.

Ein Auszug zum Aufbau: Wiki: "Das Velarium war in jener Zeit eine grandiose technische Meisterleistung, es wurde aus vielen gleich großen Planen zusammengeknüpft. Die äußerst komplizierte Konstruktion konnte nur von sehr erfahrenen Matrosen der kaiserlichen Flotte ausgeführt werden...
photo by http://www.maquettes-historiques.net
...Die Mitte dieser Konstruktion bildete einen Ring, an dem die Seile befestigt waren, auf denen die Segelplanen aufgespannt wurden. Über den obersten Rängen ragten 160 Masten, an denen Rollen befestigt waren. Von dem Ring, der auf dem Boden des Kolosseums lag, wurden die Seile über diese Rollen nach außen geführt, wo sie mit Hilfe von Winden gespannt wurden."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Velarium